Photovoltaik Förderung Österreich 2026: Zuschüsse, Einspeisung und Kosten im Überblick
By PVFirms Redaktion, Published on 2026-10-24 • 6 min read

Die Photovoltaik Förderung in Österreich 2026 ruht auf mehreren Säulen: dem Investitionszuschuss nach dem Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG), den die OeMAG vergibt, der Abnahme von Überschussstrom, Energiegemeinschaften sowie Programmen von Ländern und Gemeinden. Hinzu kommen steuerliche Fragen, bei denen sich im Lauf des Jahres 2025 einiges geändert hat.
Dieser Ratgeber erklärt, wie die einzelnen Bausteine funktionieren, wer zuständig ist und wie Sie vorgehen. Konkrete Fördersätze und Tarife nennen wir bewusst nicht, weil sie sich mit jedem Fördercall oder jeder Marktpreisperiode ändern können. Die aktuellen Werte erfahren Sie bei den genannten Stellen.
Kurz gesagt:
- Den EAG-Investitionszuschuss beantragen Sie online bei der OeMAG in festgelegten Fördercalls. Die Budgets sind begrenzt.
- Überschussstrom verkaufen Sie an die OeMAG zum regelmäßig angepassten Marktpreis oder an einen Energieversorger.
- In Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften teilen Sie Solarstrom mit Nachbarn, bei lokaler und regionaler Nutzung mit reduzierten Netzentgelten.
- Die umsatzsteuerliche Behandlung von PV-Anlagen hat sich 2025 geändert. Lassen Sie sich den gültigen Steuersatz im Angebot bestätigen.
PV-Förderung in Österreich: die Bausteine im Überblick
| Baustein | Zuständig | Art | Was Sie tun |
|---|---|---|---|
| EAG-Investitionszuschuss | OeMAG | einmaliger Zuschuss nach Leistung, je nach Call auch für Speicher | Antrag im Fördercall, online |
| Abnahme zum Marktpreis | OeMAG | Vergütung je eingespeister kWh | Vertrag mit der OeMAG |
| Einspeisetarif eines Versorgers | Energieversorger oder Stromhändler | vertraglich vereinbarter Preis | Angebote vergleichen |
| Energiegemeinschaft | Verein, Genossenschaft oder andere Rechtsform | Stromteilung, teils reduzierte Netzentgelte | beitreten oder gründen |
| Landes- und Gemeindeförderung | Bundesländer, Gemeinden | Zuschüsse, oft für Speicher oder Sonderfälle | Antrag nach jeweiliger Richtlinie |
Nicht jeder Baustein lässt sich mit jedem kombinieren. Gerade bei Bundes- und Landesförderungen schließen Richtlinien eine Doppelförderung teilweise aus.
Der EAG-Investitionszuschuss der OeMAG
Die OeMAG Abwicklungsstelle für Ökostrom AG wickelt im Auftrag des Bundes die Investitionszuschüsse nach dem EAG ab. Vergeben wird in Fördercalls, die mehrmals im Jahr stattfinden. Die Calls sind nach Anlagengröße in Kategorien gegliedert, für die jeweils eigene Fördersätze und Budgets gelten.
So läuft es typischerweise ab:
- Netzzugang klären: Stellen Sie über Ihren Installateur den Netzzugangsantrag beim Netzbetreiber. Für den Förderantrag benötigen Sie in der Regel bereits die Zählpunktnummer.
- Angebot einholen: Sie brauchen konkrete Angaben zu Leistung, Komponenten und Kosten.
- Registrieren und vorbereiten: Legen Sie vorab einen Zugang im Förderportal der OeMAG an und halten Sie alle Unterlagen bereit, da Budgets schnell ausgeschöpft sein können.
- Antrag im Call stellen: Nach Zusage gilt eine Frist, innerhalb der die Anlage errichtet und in Betrieb genommen werden muss.
- Endabrechnung: Nach Fertigstellung reichen Sie Rechnungen und Fertigstellungsnachweise ein, danach wird ausgezahlt.
Ob und in welcher Form kleine Hausdachanlagen in einem Call förderfähig sind, hing zuletzt auch mit der steuerlichen Behandlung zusammen. Prüfen Sie deshalb vor jedem Call in den aktuellen Förderbedingungen, welche Größenklassen ausgeschrieben sind, welche Unterlagen verlangt werden und ab wann Sie bestellen dürfen.
OeMAG-Einspeisetarif und Alternativen für Überschussstrom
Als Ökostromabwicklungsstelle nimmt die OeMAG auf Vertragsbasis Überschussstrom aus PV-Anlagen ab. Dafür zahlt sie einen Marktpreis, der regelmäßig auf Basis der Großhandelspreise neu festgelegt und auf ihrer Website veröffentlicht wird. Der Vorteil: ein verlässlicher Abnehmer ohne Bindung an Ihren Stromlieferanten. Der Nachteil: Der Preis schwankt mit dem Markt.
Alternativ bieten viele Energieversorger und Stromhändler eigene Einspeisetarife an, mit fixen oder an den Markt gekoppelten Preisen. Vergleichen Sie dabei:
- Preis und Anpassungsmechanismus, fix, indexiert oder monatlich variabel,
- Laufzeit und Kündigungsfristen,
- ob der Tarif an einen Strombezugsvertrag beim selben Anbieter gekoppelt ist,
- Abrechnungsintervall und Mindestmengen.
Wirtschaftlich gilt in Österreich dasselbe wie in Deutschland: Selbst verbrauchter Solarstrom ist meist deutlich mehr wert als eingespeister. Ob sich zusätzlich ein Speicher rechnet, lesen Sie in unserem Beitrag zu Stromspeicher-Kosten.
Energiegemeinschaften: Solarstrom mit Nachbarn teilen
Österreich hat früh rechtliche Grundlagen für die gemeinsame Nutzung von Strom geschaffen. Drei Modelle sind für Hausbesitzer relevant:
- Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft (EEG): Mitglieder im Netzgebiet eines Netzbetreibers teilen erneuerbaren Strom. Liegen alle Teilnehmer im selben Niederspannungsbereich, spricht man von einer lokalen EEG, sonst von einer regionalen. Für den innerhalb der Gemeinschaft geteilten Strom fallen reduzierte Netzentgelte an, bei lokalen Gemeinschaften stärker als bei regionalen.
- Bürgerenergiegemeinschaft: Sie kann österreichweit agieren, eine Netzentgeltreduktion gibt es dafür nicht.
- Gemeinschaftliche Erzeugungsanlage: Sie versorgt mehrere Parteien innerhalb eines Gebäudes, etwa in einem Mehrparteienhaus.
Für Sie als Anlagenbetreiber bedeutet eine Energiegemeinschaft eine weitere Absatzmöglichkeit für Überschüsse, oft zu einem Preis zwischen Einspeise- und Bezugstarif. Informationen und Mustervorlagen bietet die Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften.
PV-Anlage Kosten in Österreich 2026 und Steuerfragen
Die folgenden Richtwerte gelten für Aufdachanlagen auf Einfamilienhäusern mit Montage und Inbetriebnahme. Sie sind als indikative Spannen für 2026 zu verstehen.
| Anlage | Richtwert pro kWp | Beispiel |
|---|---|---|
| bis 5 kWp | ca. 1.500–2.200 € | 5 kWp: ca. 7.500–11.000 € |
| 5 bis 10 kWp | ca. 1.300–1.800 € | 10 kWp: ca. 13.000–18.000 € |
| 10 bis 20 kWp | ca. 1.100–1.600 € | 15 kWp: ca. 16.500–24.000 € |
| Batteriespeicher | ca. 450–900 € pro kWh | 10 kWh: ca. 4.500–9.000 € |
Preise steigen mit aufwendigen Dächern wie Blech-, Schiefer- oder steilen Dächern, mit Gerüstbedarf, einem neuen Zählerkasten oder Ersatzstromfunktion.
Zur Umsatzsteuer: Für viele kleinere PV-Anlagen galt 2024 ein Nullsteuersatz. Diese Regelung wurde 2025 geändert. Welcher Steuersatz für Ihren Kauf gilt, hängt vom Zeitpunkt von Lieferung und Montage ab. Lassen Sie sich die Umsatzsteuer im Angebot klar ausweisen und prüfen Sie den aktuellen Stand beim Finanzamt oder Ihrem Steuerberater. Auch ob Einspeiseerlöse einkommensteuerpflichtig sind, hängt von Anlagengröße und Einspeisemenge ab, für typische Hausdachanlagen gibt es Erleichterungen.
Welche Anlagengröße zu Ihrem Haushalt passt, zeigt unser Ratgeber Wie viel kWp brauche ich?.
Netzanschluss, Bewilligung und Ablauf
- Netzzugangsantrag beim Netzbetreiber, meist durch den Elektrotechniker. In manchen Netzgebieten mit knapper Kapazität kann der Netzbetreiber die Einspeiseleistung begrenzen.
- Baurecht prüfen: Das ist Landessache. Aufdachanlagen auf Einfamilienhäusern sind häufig bewilligungsfrei oder nur anzeigepflichtig, in Schutzzonen oder bei Denkmalschutz gelten strengere Regeln.
- Förderantrag stellen, bevor die Anlage bestellt oder in Betrieb genommen wird, sofern die Förderbedingungen das verlangen.
- Montage und Fertigstellungsmeldung durch einen befugten Elektrotechnik-Betrieb.
- Einspeisevertrag mit OeMAG, Versorger oder Energiegemeinschaft abschließen.
Photovoltaik-Firmen in Österreich finden
Ein erfahrener Betrieb kennt die Calls der OeMAG, die Landesprogramme und die Eigenheiten Ihres Netzbetreibers. Im Verzeichnis der Solarfirmen in Österreich listet PVFirms mit Stand Oktober 2026 insgesamt 147 Unternehmen. Sie können nach Bundesland und Verifizierungsstatus filtern, über die Kategorie Installateure eingrenzen und kostenlos Angebote anfordern.
Bei verifizierten Firmen hat PVFirms Identität, Firmenbucheintrag beziehungsweise Registrierung und mindestens einen echten Kundenauftrag anhand von Dokumenten geprüft. Eine kompakte Übersicht der Förderwege mit Links zu den offiziellen Stellen bietet der Leitfaden zu Solarförderungen in Österreich. Einen Blick auf den österreichischen Solarmarkt insgesamt wirft unser englischsprachiger Marktüberblick Österreich.
Häufige Fragen
Wann ist der nächste OeMAG-Fördercall?
Die Termine der Fördercalls veröffentlicht die OeMAG auf ihrer Website, in der Regel mit einigen Wochen Vorlauf. Weil die Budgets begrenzt sind, lohnt es sich, bereits vor Callbeginn registriert zu sein und alle Unterlagen wie Angebot und Zählpunktnummer griffbereit zu haben. Ihr Installateur weiß meist, welche Kategorie für Ihre Anlage infrage kommt.
Kann ich Bundes- und Landesförderung kombinieren?
Das hängt von den jeweiligen Richtlinien ab. Manche Bundesländer fördern ergänzend, etwa Speicher, andere schließen eine Kombination mit dem EAG-Zuschuss aus oder rechnen ihn an. Lesen Sie die Bedingungen beider Programme vor dem Antrag genau. Im Zweifel hilft die Energieberatung Ihres Bundeslandes weiter, die meist kostenlos oder günstig angeboten wird.
Wie hoch ist der OeMAG-Einspeisetarif 2026?
Einen festen Wert für das ganze Jahr gibt es nicht. Die OeMAG passt den Marktpreis für Photovoltaik regelmäßig an die Entwicklung am Strommarkt an und veröffentlicht ihn auf ihrer Website. Vergleichen Sie diesen Preis mit den Einspeisetarifen von Energieversorgern und Energiegemeinschaften, bevor Sie sich vertraglich binden.
Brauche ich für eine PV-Anlage eine Baubewilligung?
Für typische Aufdachanlagen auf Einfamilienhäusern meist nicht, die Regeln unterscheiden sich aber nach Bundesland. In Ortsbildschutzzonen, bei denkmalgeschützten Gebäuden oder bei aufgeständerten Anlagen kann eine Anzeige oder Bewilligung nötig sein. Fragen Sie im Zweifel bei der Baubehörde Ihrer Gemeinde nach, bevor Sie den Auftrag vergeben.
Ihr nächster Schritt
Klären Sie zuerst den Netzzugang und den nächsten Fördercall, dann holen Sie vergleichbare Angebote ein. Geprüfte Fachbetriebe aus Ihrer Region finden Sie im PVFirms-Verzeichnis der Solarfirmen in Österreich.