Photovoltaik Schweiz: Kosten, Einmalvergütung und Förderung 2026
By PVFirms Redaktion, Published on 2026-10-24 • 7 min read

Für eine Solaranlage auf einem Einfamilienhaus mit 8 bis 12 kWp sollten Sie 2026 als groben Richtwert mit rund CHF 2.000 bis 3.000 pro kWp vor Förderung rechnen, je nach Dach, Komponenten und Region. Von diesen Photovoltaik-Kosten in der Schweiz gehen die Einmalvergütung von Pronovo und allfällige kantonale oder kommunale Beiträge ab. Hinzu kommen in vielen Fällen Steuerabzüge.
Gleichzeitig verändert das neue Stromgesetz ab 2026 die Spielregeln für eingespeisten Strom und das Teilen von Solarstrom im Quartier. Dieser Ratgeber erklärt die Mechanismen, nennt die zuständigen Stellen und zeigt, wie Sie Ihr Projekt durchrechnen. Konkrete Vergütungssätze nennen wir bewusst nicht, weil sie regelmässig angepasst werden.
Kurz gesagt:
- Richtwert: rund CHF 2.000 bis 3.000 pro kWp für Einfamilienhausanlagen, grössere Anlagen sind pro kWp günstiger.
- Pronovo zahlt eine einmalige Vergütung, für Anlagen unter 100 kW die kleine Einmalvergütung (KLEIV). Beantragt wird nach der Inbetriebnahme.
- Mit dem neuen Stromgesetz orientiert sich die Rückliefervergütung ab 2026 schweizweit am Marktpreis, für kleinere Anlagen sind Minimalvergütungen vorgesehen.
- ZEV, virtueller ZEV und lokale Elektrizitätsgemeinschaften ermöglichen es, Solarstrom mit Nachbarn zu teilen.
Photovoltaik Schweiz: Kosten 2026 im Überblick
Die Werte sind indikative Spannen inklusive Montage, Elektroinstallation und Inbetriebnahme, vor Abzug von Förderbeiträgen.
| Anlage | Typischer Einsatz | Richtwert pro kWp |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | Einfamilienhaus | ca. CHF 2.200–3.200 |
| 10 bis 30 kWp | grosses Einfamilienhaus, kleines Mehrfamilienhaus, Landwirtschaft | ca. CHF 1.600–2.400 |
| 30 bis 100 kWp | Mehrfamilienhaus, Gewerbe | ca. CHF 1.100–1.800 |
| Batteriespeicher | Ergänzung | ca. CHF 600–1.100 pro kWh |
Was die Kosten bewegt:
- Aufdach oder Indach: Indach-Anlagen ersetzen die Dacheindeckung und sind teurer, wirken aber ruhiger. Sinnvoll vor allem bei ohnehin fälliger Dachsanierung.
- Dachform und Zugang: Steile oder verwinkelte Dächer, Gerüst und Kran treiben den Preis.
- Elektroinstallation: Ein neuer Verteiler oder Zählerplatz kann einige Tausend Franken ausmachen.
- Lage: In Bergregionen erhöhen Logistik und Schneelasten den Aufwand, gleichzeitig sind die Erträge dort oft höher.
Welche Grösse zu Ihrem Verbrauch passt, zeigt unser Ratgeber Wie viel kWp brauche ich?.
Pronovo-Einmalvergütung: So funktioniert sie
Die Einmalvergütung ist das zentrale Förderinstrument des Bundes für Photovoltaik. Abgewickelt wird sie von Pronovo, der Vollzugsstelle für die Förderprogramme erneuerbarer Energien.
- KLEIV: Die kleine Einmalvergütung gilt für Anlagen ab 2 kW und unter 100 kW, also für praktisch alle Einfamilienhäuser.
- GREIV: Die grosse Einmalvergütung richtet sich an Anlagen ab 100 kW.
- Anlagen ohne Eigenverbrauch: Für sie gibt es eine höhere Einmalvergütung, für grosse Anlagen über Auktionen.
Die Höhe setzt sich aus einem Grundbeitrag und einem Leistungsbeitrag pro kW zusammen und deckt einen gesetzlich begrenzten Anteil der Investitionskosten einer Referenzanlage. Für bestimmte Fälle, etwa steil geneigte Fassadenanlagen, gibt es Zuschläge. Die aktuellen Ansätze veröffentlicht Pronovo.
Der Ablauf in Kürze: Anlage bauen und in Betrieb nehmen, Anlagedaten beglaubigen lassen, Anlage im Herkunftsnachweissystem registrieren und das Gesuch online bei Pronovo einreichen. Ihr Installateur bereitet die Unterlagen in der Regel vor. Die Auszahlungsdauer hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Fragen Sie bei Pronovo nach dem aktuellen Stand.
Solaranlage Schweiz: Förderung durch Kantone und Steuerabzüge
Zusätzlich zur Einmalvergütung unterstützen manche Kantone, Gemeinden und Elektrizitätswerke Solaranlagen mit eigenen Beiträgen, etwa für Speicher, Fassadenanlagen oder Ladestationen. Die Programme ändern sich häufig. Einen Überblick nach Postleitzahl bietet die Plattform Energiefranken, verbindlich sind aber die Bedingungen der jeweiligen Stelle.
Steuerlich gelten Investitionen in Photovoltaik an bestehenden Liegenschaften im Privatvermögen bei der direkten Bundessteuer und in vielen Kantonen als abzugsfähige Energiespar- und Umweltschutzmassnahme. Typische Punkte:
- Die Einmalvergütung und andere Förderbeiträge mindern in der Regel den abzugsfähigen Betrag.
- Bei Neubauten ist ein Abzug meist nicht möglich.
- Die Regeln unterscheiden sich von Kanton zu Kanton, und die Besteuerung von Wohneigentum ist politisch im Wandel.
Klären Sie die Abzugsfähigkeit für Ihr Steuerjahr deshalb mit Ihrer kantonalen Steuerverwaltung oder einer Treuhänderin. Rückliefervergütungen sind in der Regel als Einkommen zu versteuern.
Rückliefertarif Schweiz: Was sich ab 2026 ändert
Bisher legte jeder Netzbetreiber seinen Rückliefertarif selbst fest, die Unterschiede zwischen Gemeinden waren gross. Mit dem Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien, dem sogenannten Mantelerlass, ändert sich das ab 2026: Die Vergütung für eingespeisten Strom richtet sich schweizweit nach einem Referenz-Marktpreis, der periodisch ermittelt wird. Für kleinere Anlagen sind Minimalvergütungen vorgesehen, die die Amortisation absichern sollen. Die Netzbetreiber bleiben zur Abnahme verpflichtet.
Für Sie bedeutet das: Im Sommer, wenn viel Solarstrom im Netz ist, sind tiefere Marktpreise zu erwarten. Eigenverbrauch und intelligente Steuerung von Wärmepumpe, Boiler und E-Auto werden damit noch wertvoller. Details zu Minimalvergütung und Herkunftsnachweisen legt der Bundesrat fest. Den aktuellen Stand finden Sie beim Bundesamt für Energie und bei Ihrem Netzbetreiber.
ZEV Schweiz, vZEV und LEG: Solarstrom teilen
Wer mehr Strom produziert, als er selbst braucht, kann ihn mit Nachbarn teilen. Drei Modelle stehen zur Wahl:
| Modell | Verfügbar seit | Netz | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| ZEV, Zusammenschluss zum Eigenverbrauch | 2018 | ein gemeinsamer Netzanschluss, private Leitungen | Mehrfamilienhaus, Überbauung |
| vZEV, virtueller ZEV | 2025 | nutzt die Anschlussleitungen des Netzbetreibers | benachbarte Häuser am selben Anschlusspunkt |
| LEG, lokale Elektrizitätsgemeinschaft | 2026 | öffentliches Verteilnetz innerhalb der Gemeinde | Quartier, Gemeinde |
Im ZEV rechnen die Teilnehmenden den Solarstrom intern ab, gegenüber dem Netzbetreiber treten sie als ein Kunde auf. Der vZEV vereinfacht das, weil keine eigenen Leitungen nötig sind. In einer LEG nutzen Produzenten und Verbraucher das öffentliche Netz und profitieren von einem reduzierten Netznutzungsentgelt. Die Detailregeln für vZEV und LEG sind noch jung. Klären Sie Messung, Kosten und Verträge vorab mit Ihrem Netzbetreiber.
Bewilligung und Ablauf in der Schweiz
- Meldung statt Baubewilligung: Genügend angepasste Solaranlagen auf Dächern in Bau- und Landwirtschaftszonen benötigen nach dem Raumplanungsgesetz in der Regel nur eine Meldung bei der Gemeinde. Bei Kulturdenkmälern und in bestimmten Schutzzonen gelten strengere Regeln.
- Anschlussgesuch beim Netzbetreiber: Ihr Installateur reicht das technische Anschlussgesuch und die Installationsanzeige ein.
- Montage und Abnahme: Nach der Installation wird ein Sicherheitsnachweis erstellt.
- Pronovo-Gesuch: Nach der Inbetriebnahme reichen Sie das Gesuch für die Einmalvergütung ein.
- Steuern: Investition und Förderbeiträge in der Steuererklärung korrekt angeben.
Wie Sie die Anlage danach in Schuss halten, lesen Sie im Beitrag zu Wartung und Reinigung von PV-Anlagen.
Solarinstallateur in der Schweiz finden
Ein guter Installateur kennt die Abläufe bei Pronovo, Gemeinde und Netzbetreiber und plant die Anlage so, dass Eigenverbrauch und Förderung optimal zusammenspielen. Im Verzeichnis der Solarfirmen in der Schweiz auf PVFirms können Sie nach Region filtern, Profile vergleichen und kostenlos Offerten anfragen. Zusätzlich hilft das Verzeichnis der Installateure bei der Eingrenzung. Worauf Sie bei Offerten und Gesprächen achten sollten, fasst der Leitfaden zur Wahl eines Solarinstallateurs zusammen.
Achten Sie auf den Verifizierungsstatus: Was die Stufen Listed, Verified und Premium Partner bedeuten und wie PVFirms sie gegen Handelsregister und weitere Quellen prüft, erklärt die Seite zur Verifizierung. Die Verifizierung ist kostenlos und kann nicht gekauft werden.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Auszahlung der Einmalvergütung?
Das hängt von der Zahl der Gesuche und der Vollständigkeit Ihrer Unterlagen ab. In der Vergangenheit gab es teils Wartelisten, zuletzt verliefen die Auszahlungen schneller. Reichen Sie das Gesuch zügig nach der Inbetriebnahme und vollständig ein. Den Bearbeitungsstand können Sie online bei Pronovo verfolgen.
Lohnt sich Photovoltaik in der Schweiz trotz tiefer Rückliefertarife?
In vielen Fällen ja, denn der Wert einer Solaranlage entsteht vor allem durch Eigenverbrauch. Jede selbst genutzte Kilowattstunde ersetzt Netzstrom inklusive Netznutzung und Abgaben. Je höher Ihr Tagesverbrauch durch Wärmepumpe, Boiler oder E-Auto, desto besser die Rechnung. Lassen Sie sich die Wirtschaftlichkeit mit konservativen Annahmen zur Rückliefervergütung durchrechnen.
Kann ich als Mieterin oder Mieter von einem ZEV profitieren?
Ja, wenn die Eigentümerschaft einen ZEV gründet, beziehen Sie den Solarstrom im Haus und den Reststrom über den Zusammenschluss. Zum Schutz der Mietenden begrenzt das Gesetz, was für den internen Strom verrechnet werden darf. Massstab ist das Standardstromprodukt des Netzbetreibers. Die genauen Abrechnungsregeln sollten im ZEV-Vertrag transparent festgehalten sein.
Wird ein Batteriespeicher in der Schweiz gefördert?
Über die Einmalvergütung von Pronovo nicht, sie bezieht sich auf die Photovoltaikanlage. Einzelne Kantone, Gemeinden oder Elektrizitätswerke fördern Speicher jedoch zeitweise. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob in Ihrer Gemeinde ein Programm läuft und ob der Antrag vor der Bestellung gestellt werden muss.
Ihr nächster Schritt
Prüfen Sie die Förderprogramme Ihres Kantons und Ihrer Gemeinde, und holen Sie dann zwei bis drei vergleichbare Offerten ein. Geprüfte Fachbetriebe finden Sie im PVFirms-Verzeichnis der Solarfirmen in der Schweiz.