PV-Anlage mieten oder kaufen? Der Kostenvergleich über 20 Jahre
By PVFirms Redaktion, Published on 2026-10-24 • 6 min read

Eine PV-Anlage ohne Anschaffungskosten, Wartung inklusive, fester Monatsbetrag: Mietangebote klingen bequem. Die Frage „PV-Anlage mieten oder kaufen" lässt sich trotzdem recht eindeutig beantworten, sobald man alle Zahlungen über die Laufzeit addiert. In den meisten Fällen ist der Kauf deutlich günstiger, auch dann, wenn er über einen Kredit finanziert wird.
Miete kann dennoch passen, etwa wenn Sie kein Eigenkapital einsetzen möchten, keinen Kredit bekommen oder sich um nichts kümmern wollen. Dieser Beitrag vergleicht Kauf, Kredit und Miete an einem durchgerechneten Beispiel und zeigt, worauf Sie bei Mietverträgen achten sollten.
Kurz gesagt:
- Im Beispiel kostet die Miete über 20 Jahre rund 12.600 Euro mehr als der Barkauf und knapp 6.000 Euro mehr als ein Kreditkauf.
- Bei Miete und Kauf erhalten Sie in der Regel dieselbe Stromersparnis und Einspeisevergütung. Der Unterschied liegt allein in den Kosten.
- Mietverträge laufen oft 18 bis 20 Jahre und sind vorzeitig kaum kündbar.
- Holen Sie zu jedem Mietangebot ein Kaufangebot für dieselbe Anlage als Vergleich ein.
Vier Wege zur eigenen PV-Anlage
| Modell | Eigentum | Anfangskosten | Typische Laufzeit | Wer kümmert sich um Wartung |
|---|---|---|---|---|
| Kauf mit Eigenkapital | Sofort bei Ihnen | Voller Kaufpreis | keine | Sie selbst, optional per Wartungsvertrag |
| Kauf mit Kredit | Bei Ihnen | Gering bis keine | 10 bis 20 Jahre Kredit | Sie selbst |
| Miete | Beim Vermieter | Keine | 18 bis 20 Jahre | Vermieter, je nach Vertrag |
| Pacht, Mietkauf, Leasing | Je nach Vertrag | Keine bis gering | 15 bis 20 Jahre | Je nach Vertrag |
Daneben gibt es Modelle, bei denen Sie Ihr Dach an einen Investor vermieten und nur den Strom kaufen. Das ist eine andere Logik und wird hier nicht weiter betrachtet.
Photovoltaik mieten: So funktionieren die Verträge
Bei der Miete installiert ein Unternehmen, häufig ein Energieversorger, Stadtwerk oder spezialisierter Anbieter, die Anlage auf Ihrem Dach. Sie zahlen eine feste Monatsrate. Im Gegenzug nutzen Sie den Solarstrom selbst und erhalten meist auch die Einspeisevergütung, weil Sie als Anlagenbetreiber gelten.
Im Mietpreis enthalten sind typischerweise:
- Planung, Installation und Netzanmeldung
- Versicherung gegen Sturm, Hagel und Diebstahl
- Wartung und Reparaturen, oft inklusive Wechselrichtertausch
- Monitoring und Hotline
Am Ende der Laufzeit bieten viele Anbieter an, Ihnen die Anlage für einen geringen Betrag zu überlassen. Andere bauen sie ab oder verlängern den Vertrag. Diese Endschaftsregelung sollten Sie vor Vertragsschluss genau lesen.
Kostenvergleich über 20 Jahre: ein Rechenbeispiel
Für eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher treffen wir folgende Annahmen. Es sind Beispielwerte, reale Angebote können deutlich abweichen.
- Kaufpreis: 15.000 € (Richtwert 2026, 0 % USt.)
- Laufende Kosten beim Kauf: 200 € pro Jahr für Versicherung, Wartung und Zähler
- Wechselrichtertausch einmal nach etwa 12 bis 15 Jahren: 2.000 €
- Kredit: 15.000 € über 15 Jahre zu angenommenen 5 % Zins
- Miete: 140 € pro Monat, inklusive Wartung, Versicherung und Reparaturen
| Posten über 20 Jahre | Kauf bar | Kauf mit Kredit | Miete |
|---|---|---|---|
| Anschaffung oder Kreditraten | 15.000 € | 21.700 € | – |
| Mietzahlungen | – | – | 33.600 € |
| Laufende Kosten | 4.000 € | 4.000 € | inklusive |
| Wechselrichtertausch | 2.000 € | 2.000 € | inklusive |
| Summe | 21.000 € | 27.700 € | 33.600 € |
Beim Kredit ergibt sich eine Jahresrate von rund 1.445 Euro, also etwa 120 Euro im Monat. Die Zinsen machen über die Laufzeit rund 6.700 Euro aus. Danach ist die Anlage abbezahlt und erzeugt fünf weitere Jahre Strom ohne Raten.
Ein fairer Vergleich berücksichtigt beim Barkauf auch den entgangenen Zins: Wer die 15.000 Euro stattdessen zu 2 % angelegt hätte, käme in 20 Jahren mit Zinseszins auf etwa 7.300 Euro Ertrag. Selbst dann bleibt der Kauf in diesem Beispiel günstiger als die Miete. Was die Anlage auf der Ertragsseite bringt, zeigt unsere Rechnung zu Amortisation und Rendite.
Solaranlage pachten, leasen oder Mietkauf: die Unterschiede
Pacht wird im Alltag oft gleichbedeutend mit Miete verwendet. Rechtlich unterscheidet sie sich zwar, für Sie als Kunde zählt aber, was im Vertrag steht.
Leasing richtet sich vor allem an Unternehmen, weil die Raten dort steuerlich als Betriebsausgaben behandelt werden können. Für Privathaushalte ist es selten.
Mietkauf sieht vor, dass die Anlage am Ende der Laufzeit automatisch in Ihr Eigentum übergeht. Das kann steuerlich anders behandelt werden als reine Miete, siehe nächster Abschnitt.
Achten Sie bei allen Varianten darauf, ob Preisanpassungen vereinbart sind. Eine Indexklausel kann die Monatsrate über die Jahre deutlich erhöhen.
Vertragsfallen, die Sie vor der Unterschrift prüfen sollten
- Gesamtkosten: Lassen Sie sich die Summe aller Raten über die Laufzeit schriftlich nennen.
- Laufzeit und Kündigung: Gibt es ein Sonderkündigungsrecht, etwa bei Verkauf des Hauses?
- Hausverkauf: Kann der Käufer den Vertrag übernehmen, und zu welchen Bedingungen?
- Dachsanierung: Wer zahlt Ab- und Wiederaufbau, wenn das Dach während der Laufzeit erneuert werden muss?
- Leistungsumfang: Wie schnell reagiert der Anbieter bei Störungen? Gibt es eine Mindestverfügbarkeit oder Ertragszusage?
- Insolvenz des Vermieters: Was passiert mit Anlage und Vertrag, wenn der Anbieter ausfällt?
- Endschaftsregelung: Übernahme, Abbau oder Verlängerung, und zu welchem Preis?
- Grundbuch: Manche Anbieter lassen sich Rechte am Dach im Grundbuch eintragen. Klären Sie, was das für Verkauf oder Beleihung bedeutet.
Steuern: Was bei Miete anders ist
Beim Kauf einer typischen Hausdachanlage gilt der Nullsteuersatz, Sie zahlen also keine Umsatzsteuer auf Anlage und Montage. Bei einer reinen Miete ist das nach Auffassung der Finanzverwaltung in der Regel anders, weil keine Lieferung, sondern eine Nutzungsüberlassung vorliegt. Prüfen Sie deshalb, ob und wie viel Umsatzsteuer in der Monatsrate steckt. Beim Mietkauf kann die Einordnung abweichen.
Bei der Einkommensteuer ändert sich für Sie als Betreiber meist wenig: Erträge aus Anlagen bis 30 kWp auf Einfamilienhäusern sind steuerfrei. Im Gegenzug können Sie die Mietzahlungen dann auch nicht steuerlich geltend machen. Bei Sonderfällen hilft ein Steuerberater weiter. Mehr zu den steuerlichen Regeln lesen Sie in unserem Beitrag zur Photovoltaik-Förderung 2026.
PV-Miete-Erfahrungen richtig einordnen und Kaufangebote vergleichen
Berichte von Mietkunden fallen sehr unterschiedlich aus. Zufriedene Kunden schätzen meist den Rundum-Service, unzufriedene bemängeln lange Reaktionszeiten oder die hohen Gesamtkosten. Achten Sie bei Erfahrungsberichten darauf, ob es um die Vertragsbedingungen oder um die Abwicklung im Einzelfall geht.
Der beste Schutz vor einer teuren Entscheidung ist ein Vergleichsangebot. Fragen Sie bei einem lokalen Fachbetrieb ein Kaufangebot für dieselbe Anlage an. Betriebe in Ihrer Nähe finden Sie im Verzeichnis der Solarfirmen in Deutschland, das PVFirms nach Region und Kategorie filterbar macht. Ob ein Anbieter registergeprüft ist, zeigt der Status im Profil, erklärt auf der Seite zur Verifizierung. Welche Förderwege für einen Kauf infrage kommen, fasst der PVFirms-Förderüberblick für Deutschland mit Verweisen auf die offiziellen Stellen zusammen.
Häufige Fragen
Für wen lohnt sich eine PV-Anlage zur Miete?
Für Haushalte, die kein Eigenkapital einsetzen wollen und keinen günstigen Kredit erhalten, oder für Menschen, die sich ausdrücklich um nichts kümmern möchten. Auch wer sehr hohe Sicherheit bei Reparaturkosten schätzt, kann mit Miete zufrieden sein. Finanziell ist der Kauf in den meisten Rechnungen aber vorteilhafter.
Kann ich eine gemietete PV-Anlage vorzeitig kaufen?
Das hängt vom Vertrag ab. Manche Anbieter erlauben eine vorzeitige Übernahme zu einem festgelegten Restwert, andere schließen sie aus. Fragen Sie vor Vertragsschluss nach einer Ablösetabelle, die für jedes Vertragsjahr den Übernahmepreis nennt. So wissen Sie im Fall eines Hausverkaufs oder einer Erbschaft, womit Sie rechnen müssen.
Wer bekommt bei der Miete die Einspeisevergütung?
In den gängigen Mietmodellen sind Sie als Mieter der Anlagenbetreiber und erhalten die Vergütung vom Netzbetreiber. Ebenso profitieren Sie vom selbst verbrauchten Strom. Prüfen Sie dennoch im Vertrag, wer als Betreiber im Marktstammdatenregister eingetragen wird und an wen der Netzbetreiber zahlt.
Ist ein Kredit besser als Miete?
In unserem Beispiel ja, um knapp 6.000 Euro über 20 Jahre. Bei einem Kredit gehört Ihnen die Anlage von Anfang an, und nach Ende der Laufzeit entfallen die Raten. Für die Finanzierung kommen Ihre Hausbank oder der KfW-Kredit 270 infrage. Vergleichen Sie die effektiven Zinssätze mehrerer Angebote.
Ihr nächster Schritt
Legen Sie Miet- und Kaufangebot nebeneinander und rechnen Sie die Gesamtkosten über 20 Jahre aus. Ein Kaufangebot als Maßstab holen Sie am schnellsten über das PVFirms-Verzeichnis der Installateure ein, kostenlos und direkt beim Betrieb.