Lohnt sich Photovoltaik 2026? Amortisation und Rendite an einem durchgerechneten Beispiel
By PVFirms Redaktion, Published on 2026-10-24 • 7 min read

Ob sich Photovoltaik lohnt, lässt sich mit fünf Zahlen beantworten: Anschaffungspreis, Jahresertrag, Eigenverbrauch, Strompreis und Einspeisevergütung. Für ein typisches Einfamilienhaus mit gut nutzbarem Dach lautet die Antwort 2026 in den meisten Fällen ja. Selbst erzeugter Solarstrom kostet über die Lebensdauer gerechnet nur einen Bruchteil dessen, was Sie für Netzstrom zahlen.
Wie schnell sich die Anlage amortisiert, schwankt dagegen stark. Entscheidend ist vor allem, wie viel Strom Sie selbst nutzen. Dieser Artikel rechnet ein konkretes Beispiel durch, zeigt drei Szenarien und erklärt, wann sich eine PV-Anlage eher nicht rechnet. Alle Zahlen sind Annahmen zur Veranschaulichung, keine Prognose für Ihr Haus.
Kurz gesagt:
- Im Beispiel kostet Solarstrom vom eigenen Dach rund 11 Cent pro kWh, Netzstrom setzen wir mit 35 Cent an.
- Die Amortisation liegt je nach Eigenverbrauch zwischen etwa 10 und 16 Jahren, bei einer Lebensdauer von oft 25 Jahren und mehr.
- Hoher Eigenverbrauch durch E-Auto oder Wärmepumpe verbessert die Rendite am stärksten.
- Ein Speicher erhöht die Unabhängigkeit, verlängert aber in vielen Rechnungen die Amortisationszeit.
Die fünf Zahlen, die über die Rendite entscheiden
1. Anschaffungspreis. Für eine Anlage mit 8 bis 10 kWp gelten 2026 Richtwerte von etwa 1.200 bis 1.800 Euro pro kWp, montiert und ohne Speicher. Details zu den Kostenposten finden Sie in unserem Ratgeber zu den PV-Anlage Kosten 2026.
2. Jahresertrag. In Deutschland erzeugt eine gut ausgerichtete Anlage typischerweise 900 bis 1.100 kWh pro kWp und Jahr. Süddeutschland liegt eher am oberen Ende, der Norden am unteren. Ost-West-Dächer liefern etwas weniger, dafür gleichmäßiger über den Tag.
3. Eigenverbrauch. Ohne Speicher nutzen Haushalte meist nur einen kleineren Teil des Solarstroms selbst, weil die Erzeugung mittags am höchsten ist. Mit Speicher, E-Auto oder Wärmepumpe steigt der Anteil deutlich.
4. Strompreis. Jede selbst genutzte kWh spart Ihren vollen Arbeitspreis. Steigt der Strompreis, verbessert sich die Rechnung automatisch.
5. Einspeisevergütung. Sie ist für 20 Jahre fest, aber deutlich niedriger als der Strompreis. Die aktuellen Sätze veröffentlicht die Bundesnetzagentur. Wie die Vergütung funktioniert, erklärt unser Beitrag zur Einspeisevergütung 2026.
Hinzu kommen laufende Kosten für Versicherung, Zähler und eine Rücklage für den Wechselrichtertausch. Als Richtwert rechnen wir mit 150 Euro pro Jahr.
Beispielrechnung: Photovoltaik Amortisation für ein Einfamilienhaus
Unser Beispielhaushalt: zwei Erwachsene, zwei Kinder, Satteldach mit Südwest-Ausrichtung, Jahresverbrauch 4.500 kWh.
| Annahme | Wert im Beispiel |
|---|---|
| Anlagengröße | 8 kWp |
| Anschaffungspreis (Richtwert, 0 % USt.) | 12.500 € |
| Spezifischer Ertrag | 950 kWh/kWp |
| Jahresertrag | 7.600 kWh |
| Eigenverbrauch ohne Speicher | 1.700 kWh |
| Einspeisung | 5.900 kWh |
| Strompreis (Annahme) | 35 ct/kWh |
| Einspeisevergütung (Rechengröße) | 7 ct/kWh |
| Laufende Kosten | 150 € pro Jahr |
Die 7 Cent für die Einspeisung sind eine bewusst vorsichtige Rechengröße, kein aktueller Tarif. Setzen Sie für Ihre Rechnung den Satz ein, der zum Zeitpunkt Ihrer Inbetriebnahme gilt.
Daraus ergibt sich:
- Ersparnis durch Eigenverbrauch: 1.700 kWh × 0,35 € = 595 €
- Einnahmen aus Einspeisung: 5.900 kWh × 0,07 € = 413 €
- Abzüglich laufender Kosten: 150 €
- Jährlicher Vorteil: 858 €
Die einfache Amortisationszeit beträgt damit 12.500 € ÷ 858 € ≈ 14,6 Jahre. Strompreissteigerungen und die leichte Alterung der Module sind dabei nicht berücksichtigt. Beide Effekte gleichen sich teilweise aus.
Drei Szenarien: Was die Amortisation wirklich verändert
Dasselbe Dach, dieselbe Anlage, drei verschiedene Haushalte:
| Szenario | Investition | Eigenverbrauch | Jährlicher Vorteil | Amortisation |
|---|---|---|---|---|
| A: Basis, ohne Speicher | 12.500 € | 1.700 kWh | 858 € | ca. 14,6 Jahre |
| B: mit E-Auto, Laden tagsüber | 12.500 € | 3.000 kWh | 1.222 € | ca. 10,2 Jahre |
| C: mit Speicher 8 kWh | 18.500 € | 3.000 kWh | 1.172 € | ca. 15,8 Jahre |
In Szenario B steigt der Verbrauch durch das E-Auto um 2.500 kWh, ein Teil davon wird mit Solarstrom geladen. Die Anlage kostet nicht mehr, verdrängt aber deutlich mehr teuren Netzstrom. In Szenario C kostet der Speicher als Richtwert 6.000 Euro zusätzlich, die laufenden Kosten steigen auf 200 Euro. Der Eigenverbrauch steigt zwar ebenso stark wie in B, der Mehrpreis frisst den Vorteil aber weitgehend auf.
Die Lehre daraus: Der wirksamste Hebel für die Photovoltaik Amortisation ist zusätzlicher Verbrauch zur richtigen Zeit. Ein Speicher kann sich trotzdem lohnen, etwa wenn er günstig ist, Ihr Verbrauch abends hoch liegt oder Ihnen Unabhängigkeit wichtig ist. Wann das der Fall ist, zeigt unser Beitrag Stromspeicher: Kosten und Wirtschaftlichkeit.
PV-Rendite berechnen: Stromgestehungskosten statt nur Amortisation
Die Amortisationszeit sagt nur, wann das Geld zurück ist, nicht wie gut die Investition insgesamt ist. Aussagekräftiger sind die Stromgestehungskosten, also was eine Kilowattstunde vom eigenen Dach kostet.
Im Beispiel: 12.500 € Anschaffung plus 20 × 150 € laufende Kosten ergeben 15.500 € in 20 Jahren. Bei einer jährlichen Alterung von 0,5 Prozent erzeugt die Anlage in dieser Zeit rund 145.000 kWh. Eine Kilowattstunde kostet damit etwa 10,7 Cent. Läuft die Anlage 25 Jahre oder länger, sinkt der Wert weiter.
Als interne Verzinsung ergibt Szenario A über 20 Jahre grob 3 Prozent pro Jahr, über 25 Jahre knapp 5 Prozent. Szenario B kommt über 20 Jahre auf rund 7 Prozent. Für eine PV-Rendite nach Steuern ist das bemerkenswert, denn die Erträge typischer Hausdachanlagen sind einkommensteuerfrei.
Wann sich eine PV-Anlage eher nicht lohnt
- Starke Verschattung: Bäume, Nachbargebäude oder Gauben, die große Teile der Fläche über Stunden verschatten, drücken den Ertrag erheblich.
- Dachsanierung steht bevor: Muss das Dach in den nächsten Jahren erneuert werden, kostet der Ab- und Wiederaufbau der Module schnell mehrere tausend Euro. Sanieren Sie vorher.
- Sehr kleiner Verbrauch und kleine Fläche: Unter etwa 4 kWp steigen die Kosten pro kWp deutlich, weil Fixkosten wie Gerüst und Anmeldung gleich bleiben.
- Nordausrichtung mit steiler Neigung: Flache Norddächer können funktionieren, steile Norddächer liefern meist zu wenig.
- Überdimensionierter Speicher: Ein zu großer Speicher wird selten voll genutzt und verlängert die Amortisation.
Ein reines Ost- oder Westdach ist dagegen kein Ausschlusskriterium. Es erzeugt zwar etwas weniger, passt aber oft besser zum Verbrauch am Morgen und Abend.
Ihre eigenen Zahlen prüfen lassen
Die Beispielrechnung ersetzt keine Planung für Ihr Haus. Ein Solarteur berechnet Ertrag und Eigenverbrauch anhand Ihrer Dachdaten und Ihres Lastprofils. Bitten Sie um eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, in der alle Annahmen offen stehen: Ertrag pro kWp, Eigenverbrauchsanteil, Strompreis, Vergütungssatz und laufende Kosten.
Fachbetriebe dafür finden Sie im Verzeichnis der Solarfirmen in Deutschland, in dem PVFirms mit Stand Oktober 2026 insgesamt 691 Unternehmen listet. Über die Kategorie Installateure grenzen Sie die Suche auf Betriebe ein, die Hausdachanlagen montieren. Ein Profil mit dem Status „Verified" zeigt, dass Registereintrag, Umsatzsteuer-ID und ein echter Kunde dokumentiert geprüft wurden. Welche Förderwege Ihre Rechnung zusätzlich verbessern, fasst der PVFirms-Leitfaden zur Solarförderung in Deutschland zusammen.
Häufige Fragen
Nach wie vielen Jahren hat sich eine PV-Anlage amortisiert?
In unseren Beispielrechnungen liegt die einfache Amortisationszeit zwischen etwa 10 und 16 Jahren. Kürzer wird sie bei hohem Eigenverbrauch, gutem Dach und günstigem Anschaffungspreis. Länger wird sie mit teurem Speicher, starker Verschattung oder sehr niedrigem Verbrauch. Da Module oft 25 Jahre und länger Strom liefern, bleibt in den meisten Fällen ein deutlicher Überschuss.
Lohnt sich PV 2026 auch ohne Speicher?
Ja, oft sogar besser als mit. Ohne Speicher ist die Investition niedriger, und jede direkt genutzte Kilowattstunde spart den vollen Strompreis. Einen Speicher können Sie später nachrüsten, wenn die Preise weiter sinken oder Ihr Verbrauch am Abend steigt. Planen Sie dafür von Anfang an einen speicherfähigen Hybridwechselrichter ein.
Wie berechne ich die Rendite meiner PV-Anlage selbst?
Ermitteln Sie den Jahresertrag (kWp × kWh pro kWp), schätzen Sie den Eigenverbrauch und multiplizieren Sie ihn mit Ihrem Strompreis. Addieren Sie die Einspeiseerlöse und ziehen Sie die laufenden Kosten ab. Teilen Sie den Anschaffungspreis durch diesen Jahresbetrag, erhalten Sie die Amortisationszeit. Für die Verzinsung hilft eine Tabellenkalkulation mit der IKV-Funktion.
Lohnt sich Photovoltaik auch für ältere Menschen?
Das hängt weniger vom Alter als von den Plänen für das Haus ab. Wer das Haus vererben oder verkaufen will, gibt die Anlage mit, und eine funktionierende PV-Anlage kann den Wert des Hauses stützen. Bei kurzem Planungshorizont spielt die laufende Ersparnis die größere Rolle, nicht die vollständige Amortisation.
Von der Rechnung zum Angebot
Notieren Sie Ihren Jahresverbrauch und Ihren aktuellen Strompreis, dann lassen Sie sich zwei bis drei Angebote mit offener Wirtschaftlichkeitsrechnung erstellen. Ihre Shortlist stellen Sie im PVFirms-Installateurverzeichnis zusammen, kostenlos und ohne Anmeldung.